Grizzly Protec bewährt sich in der Praxis auf 2.200 Meter Seehöhe

Autor: Roland Gruber , 24.10.2019

Anfang Dezember letzten Jahres ging mit dem Kraftwerk Mont Forchat ein weiteres Kleinwasserkraftwerk im Aostatal in Betrieb. Wie die rund 15 Kilometer entfernte „Schwesteranlage“ KW Arvier ...

... wurde es vom Ökostromunternehmen Eaux Valdotaines Srl. entwickelt und realisiert. Das maschinelle Herz der Anlage stellt eine 2-düsige Peltonturbine vom Fabrikat Troyer dar, die bei einer Fallhöhe von knapp 450 m rund 2,5 MW Leistung erreicht. Im Hinblick auf eine möglichst betriebssichere Wasserentnahme wurde am Fassungsbauwerk ein Coanda-Rechen vom Typ Grizzly PROTEC von der Firma Wild Metal aus Ratschings installiert. Er ist in der Lage, rund 1.000 Liter pro Sekunde aufzunehmen und bleibt dank seines patentierten Designs zum Großteil ohne äußeres Zutun automatisch frei von Laub, Steinen und anderem Geschwemmsel.

Nahezu zeitgleich mit dem Kraftwerk Arvier (siehe S. 26) errichteten die Öko­strom­investoren von Eaux Valdotaines Srl. im selben Tal ein weiteres Kraftwerk. Rund 15 Kilometer Luftlinie entfernt entstand das Hochdruck-Kraftwerk Mont Forchat, das mit 2,5 MW zwar deutlich weniger Leistung als das erstgenannte aufweist, das aber ebenfalls so Einiges an baulichen Herausforderungen mit sich brachte. Speziell die Bauarbeiten an der Wasserfassungen seien anspruchsvoll gewesen, erinnert sich der zuständige Planer Dr.-Ing. Alessandro Mosso: „Es wurden enorme Mengen an Fels abgeräumt, um das Querbauwerk in den Torrente Mont Forchat zu bauen.“ Aufwändig gestaltete sich in der Folge auch die Verlegung der Druckrohrleitung. Es wurde eine Leitung aus duktilem Guss mit ­Zementummantelung vom Tiroler Traditionshersteller TRM DN600 unterirdisch durch teilweise sehr schwieriges Terrain und bei unangenehmen äußeren Bedingungen verlegt. Bereits im Mai 2017 startete das beauftragte Bauunternehmen mit den ersten Arbeiten. Letztlich sollte sich das Projekt über zweieinhalb Jahre erstrecken, bis die Anlage am 5. Dezember 2018 erstmalig in Betrieb ging. Für die elektromaschinelle und steuerungstechnische Ausrüstung sorgte wie im Kraftwerk Arvier die Firma Troyer AG, die eine 2-düsige Peltonturbine lieferte, die bei einer Fallhöhe von 449 m auf eine Wassermenge von 630 l/s ausgelegt ist. Ihre Ausbauleistung liegt bei 2,5 MW.

Ideal für Hochgebirgs-Fassungen
Für die auf rund 2.200 m Seehöhe gelegene Wasserfassung bedurfte es einer dauerhaft funktionellen und zugleich stabilen Lösung, um eine möglichst hohe Verfügbarkeit der gesamten Anlage gewährleisten zu können. Aus diesem Grund entschieden sich die Betreiber für einen Coanda-Rechen vom Typ Grizzly PROTEC aus dem Hause Wild Metal. Dabei handelt es sich um patentiertes Coanda-System, das vorrangig für Gebirgsbäche mit großer Geschiebeführung entwickelt wurde. Seine strömungsoptimierten Strangpressprofilstäbe, die in der Regel einen Abstand von 30 mm bis 50 mm aufweisen, halten das Geschiebe vom Feinsieb fern und bewahren es somit vor Beschädigungen. Außerdem leiten sie das Wasser von der Beschleunigungsplatte zum Feinsieb. Ein Verkeilen von Steinen und Gehölz wird durch die spezielle Anordnung der Rechenstäbe weitgehend verhindert. Fische und kleinere Gewässerlebewesen zwischen 0,2 mm und 2 mm können je nach Spaltweite das Feinsieb problemlos überwinden und werden von der Strömung des Fließgewässers mitgenommen. Gleiches gilt auch für Laub, Baumnadeln, Moos und Ähnliches. Nur Partikel kleiner 0,2 mm bis 2 mm (je nach Spaltweite) können ins Triebwasser gelangen. Die Wartungsarbeiten an den Anlagen werden dadurch auf ein Minimum reduziert. Der an der Fassung Mont Forchat installierte Grizzly Protec weist bei einer Gesamtbreite von xx m ein Schluckvermögen von 1.000 l/s auf. Ein zentraler Vorteil dieses Systems ist, dass die Fassung auch im Winter bei Eis und Schnee funktioniert – und somit ein ganzjähriger Kraftwerksbetrieb gewährleistet ist.

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Für das neue Kraftwerk Mont Forchat im Aostatal lieferte Wild Metal einen Grizzly PROTEC Coanda-Rechen, der für eine wartungsfreundliche und zuverlässige Wasserentnahme auf rund 2.200 Meter sorgt.

Foto: Wild Metal