KW Pulling: RECHENANLAGE erneuert

Autor: Roland Gruber , 18.02.2014

Seit nunmehr über 50 Jahren ist die Braun Maschinenfabrik GmbH aus Vöcklabruck erfolgreich in den Segmenten Stahlwasserbau und Rechenreinigungsmaschinen am Wasserkraftmarkt tätig.

Bei einem sich ständig erweiternden Auftragsfeld werden mittlerweile sowohl Klein- als auch Großanlagen mit den individuellen Lösungen aus dem breitgefächerten Braun Produktsortiment kompetent ausgestattet. Beim Kraftwerk Pulling im Bayrischen Wald wurde der oberösterreichische Stahlwasserbauspezialist mit dem kompletten Tausch der Rechenreinigungsmaschine samt Rechen und Förderband betraut.

Das am Blaibacher See gelegene Kraftwerk Pulling wurde in den 1960er Jahren von der Kraftwerk am Höllenstein AG (HÖLLAG) der Stadt Straubing als Ausgleichskraftwerk erbaut, um die durch den Spitzenbetrieb des Höllensteinwerkes entstehenden Abflussschwankungen energiewirtschaftlich zu nutzen und anschließend wieder gleichmäßig in den Schwarzen Regen abgeben zu können. Bei den vor den beiden Turbineneinläufen befindlichen Einlaufrechen musste nun auf Grund einer Behördenauflage die derzeitige lichte Stabweite auf 20 mm geändert werden. Dies nahm der Betreiber HÖLLAG zum Anlass, um neben dem Feinrechen auch gleich die gesamte Rechenreinigungsanlage zu erneuern und diese Aufgabe in die kompetenten Hände der Braun Maschinenfabrik GmbH zu legen.

STRÖMUNGSOPTIMIERTER EINLAUFRECHEN IN EINEM STÜCK
Der alte Einlaufbereich zu den beiden Kaplan-Spiralturbinen am Kraftwerk Pulling bestand aus zwei Einlaufrechen mit einer lichten Weite von je 5.370 mm und einer Höhe von 3.550 mm. Der neu konzipierte Einlaufrechen von Braun wurde nun vor dem Mittelpfeiler des Turbineneinlaufs in einem Stück mit einer Neigung von 25° montiert, sodass die neuen Geometrien des Rechens eine Breite von 11.260 mm sowie eine Stablänge von 5.880 mm aufweisen. Der strömungsoptimierte Querschnitt der neuen Rechenstäbe beträgt nun 70 x 10,5 mm, die lichte Stabweite wurde mit den vorgeschriebenen 20 mm realisiert. Aus Korrosionsschutzgründen hat Braun den gesamten Rechen feuerverzinkt ausgeführt.

FLEXIBLE STEUERUNGSMÖGLICHKEITEN DER NEUEN RRM
Für die Reinigung des neuen Einlaufbereichs realisierten die Konstrukteure der Braun Maschinenfabrik zwei hydraulische Rechenreinigungsmaschinen mit Hand- und Automatikbetrieb, deren Steuerung nun sowohl vor Ort an der Maschine als auch von fern möglich ist. Die beiden RRM der Anlage Pulling wurden als Knickarmmaschinen mit einer Harkenbreite von je 5.600 mm ausgeführt, die Putzlänge beträgt nun ca. 10.000 mm. Eine örtliche Besonderheit gab es für das Planungsteam von Braun noch zu beachten: In unmittelbarer Nähe zum Turbineneinlaufbereich führt ein Geh- und Radweg über die Wehranlage des Kraftwerks Pulling. Bei der Auslegung und Geometrie der Rechenreinigungsanlagen musste deshalb besonders auf diese Überführung geachtet werden und die Ausführung darauf abgestimmt werden.

STATIONÄRES UND MOBILES FÖRDERBAND ENTSORGEN RECHENGUT
Auch für den Abtransport des anfallenden Rechenguts am modernisierten Turbinenzulauf hatten die Spezialisten des oberösterreichischen Stahlwasserbauers eine kreative Lösung parat: Denn man realisierte eine Variante mit zwei Förderbändern für die Entsorgung des Treibguts aus dem Blaibacher See. Zuerst wird das Rechengut über ein stationäres Förderband 1 abtransportiert, das aus einem fixverankerten Band mit Rechts-Linkslauf besteht und nach dem Abwurfbereich um ca. 20° ansteigt. Die waagrechte Bandlänge beträgt ca. 13 Meter, die schräge Länge rund 7 Meter, wobei die Umlaufgeschwindigkeit der neuen Fördereinrichtung ca. 0,6 m/s beträgt. Das Förderband 2 wird in Fließrichtung links unter das Band 1 gestellt und muss schwenkbar bzw. leicht transportierbar ausgeführt werden. Es wird nur im Bedarfsfall schräg zum Förderband 1 montiert.

DURCHDACHTE GESAMTLÖSUNG VON BRAUN
Somit wurde an der neue Rechenanlage am Kraftwerk Pulling nicht nur der Fischschutz durch die verringerten Stababstände erhöht, sondern insgesamt eine funktionell durchdachte und hochwertig ausgeführte Gesamtlösung am Turbineneinlauf vom Spezialisten Braun Maschinenfabrik realisiert.

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