Stahlwasserbau vom Traditionshersteller

Autor: Roland Gruber , 21.02.2014

Mit einer Gesamtinvestitionssumme von rund 2,5 Millionen Euro haben die Illwerke VKW im Gemeindegebiet von Bludenz das Kleinwasserkraftwerk Brunnenfeld realisiert.

Die Anlage, die im Jahr rund 1,8 Gigawattstunden sauberen Strom  ins Netz liefert, wurde diesen Frühling termingerecht in Betrieb  genommen. Was die Ausrüstung der neuen Ökostromanlage angeht, überließen die Betreiber nichts dem Zufall und setzten auf etablierte Branchenunternehmen. So wurde für den wichtigen  Bereich Stahlwasserbau die Braun Maschinenfabrik aus dem oberösterreichischen Vöcklabruck beauftragt. Damit sollte die Langlebigkeit der eingesetzten Stahlbauteile garantiert sein.

Seit den 1940er Jahren nutzte das Illkraftwerk Lorüns der Illwerke VKW das Unterwasser des Alfenzkraftwerks, das    bereits zwei Jahrzehnte früher in Betrieb gegangen war. Beide Kraftwerksanlagen waren für die Stromversorgung der hiesigen Zementindustrie errichtet worden. Das Illkraftwerk war bis zuletzt auf dem Areal eines stillgelegten Zementwerks situiert. Doch im Unterschied zum Alfenzkraftwerk präsentierte sich das Illkraftwerk Lorüns in den letzten Jahren nicht mehr allzu gut in Schuss, und die Betreiber standen vor der Wahl: revitalisieren oder gleich neu  bauen? Man entschied sich für letzteres, zumal sich ein Neubau als die deutlich wirtschaftlichere Option darstellte. Dabei wurde allerdings der Krafthausstandort von Lorüns in den Bludenzer Gemeindeteil Brunnenfeld verlegt. Dies kam unter anderem auch jenen Plänen entgegen, die eine Umnutzung des ehemaligen Zementwerksareals vorsehen.

REALISIERT IN 8 MONATEN
Im vergangenen Jahr war es schließlich soweit. Das Illkraftwerk Lorüns wurde abgerissen - und die Bauarbeiten für das  neue Kraftwerk Brunnenfeld starteten. Rund acht Monate nahmen die gesamten Bauarbeiten, inklusive Montage und Inbetriebnahme des neuen Maschinensatzes in Anspruch. Heute wird das Unterwasser des Alfenzkraftwerks in einem Pegelbecken aufgefangen und über eine 330 Meter lange Druckrohrleitung aus GFK-Rohren (FLOWTITE  Amitech) DN 2000 zum neuen Krafthaus geführt. Ausgelegt ist die Anlage bei einer Bruttofallhöhe von circa 6 Meter  und einem Ausbaudurchfluss von 6,8 m3 auf eine Leistung von rund 300 kW. Damit liegt die Leistungskapazität des  neuen Kraftwerks zwar nur bei einem Zehntel seines Oberlieger-Kraftwerks, des Alfenzkraftwerks, doch deutlich über  den Möglichkeiten des betagten Maschinengespanns im alten Illkraftwerk. Das neue Kraftwerk Brunnenfeld wird im  Regeljahr rund 1,8 Mio. KWh sauberen Strom erzeugen. Damit können in etwa 500 Vorarlberger Durchschnitts- Haushalte versorgt werden.

STAHLWASSERBAU AUS OBERÖSTERREICH
Für die Betreiber stand im Vordergrund, dass die Anlage verlässlich arbeitet - dass eben dieVerfügbarkeit hoch ist. In diesem Zusammenhang spielt nicht nur die Qualität des eingesetzten Maschinensatzes eine große Rolle, sondern  auch jene des Stahlwasserbaus. Aus diesem Grund vertrauten die Illwerke VKW auf die Kompetenz und das große Know-how von Braun Maschinenfabrik aus Vöcklabruck. Das oberösterreichische Traditionsunternehmen, das seit 1959 erfolgreich im Stahlwasserbau tätig ist, sorgt vor allem durch die gelieferten Verschlussorgane für Sicherheit am neuen Kraftwerk. Der gesamte Auftrag an das Stahlbau-Unternehmen umfasste ein Auslaufschütz für das Unterwasser des  Alfenzkraftwerks, eine Dammtafel für den Beileitungskanal, einen Grobrechen, einen Entlastungsschütz, einen Einlaufschütz sowie die Unterwasser Dammtafel Armierung. (siehe technische Daten) Sämtliche Bauteile konnten  termingerecht Mitte April in Betrieb genommen werden.

ERFOLG DANK HOHER EIGENKOMPETENZ
Gerade weil die Braun Maschinenfabrik seit den 1950ern mit ihren Stahlwasserbauprodukten am Markt vertreten ist,  st man sich im Traditionshaus dessen bewusst, dass der Erfolg von morgen auch von der Entwicklungs- und  Lernfähigkeit von heute abhängt. Daher ist es für das oberösterreichische Unternehmen essentiell, das eigene  Knowhow ständig weiter auszubauen. In Zusammenarbeit mit renommierten Betreibern werden auch immer wieder  neue Lösungen erarbeitet, die das Leistungsspektrum des Unternehmens kontinuierlich verbreitern. Für Braun spricht  nicht nur, dass das komplette Engineering im eigenen Haus durchgeführt wird, sondern auch die hohe  Eigenkompetenz in Sachen Fertigung und Montage: Fertigung, Vormontage und Endmontage werden ausschließlich  urch geschultes Braun-Fachpersonal abgewickelt. Das neue Kraftwerk Brunnenfeld stellt zwar leistungsmäßig keinen   eilenstein für das Vöcklabrucker Traditionsunternehmen dar, aber mit Sicherheit einen Leistungsbeweis im Ländle, der  die hohe Reputation des Unternehmens auch im Westen Österreichs weiter untermauert.

Bericht aus zek HYDRO - Juni 2011

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